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Ohne Margarine geht es nicht:

Spezialmargarine und Spezialfette sind heute eine der wichtigsten Rohstoffe für die Herstellung Feiner Backwaren. Ohne diese Zutat ist eine große Anzahl von Gebäcken gar nicht herstellbar. Als 1969 die Meistermarken-Werke, der führende Hersteller und Lieferant von Spezialmargarinen und Spezialfetten für das Backhandwerk, gegründet wurde, konnte die Margarine auf eine hundertjährige Geschichte zurückblicken.
Die schnell anwachsende Bevölkerung zu Beginn des Industrie-Zeitalters in Europa gefährdete die Fettversorgung. Von 1800 bis 1850 hatte sich allein in Deutschland die Einwohnerzahl verdoppelt. Das Fettangebot, vorwiegend Butter, Speck, Schmalz, Rindertalt und Hammelfett, deckte den Bedarf nicht mehr. Streichfette wurden in ganz Europa Mangelware.
In Frankreich erhielt der Wissenschaftler Mege-Mouries den Auftrag, ein Streichfett zu entwickeln, das billiger und besser Haltbar als Butter ist. Mouries erhitzte Rindertalk, ließ das reine Fett ausschmelzen und erkalten. Durch Auspressen gewann er die weichen, , öligen Bestandteile, das sogenannte Oleomargarin. Dieses verbutterte er mit Magermilch. Er erhielt ein haltbares, streichbares Speisefett, das er wegen seines perligen Schimmers- in Anlehnung an das Wort "Margaron" (Perle)- Margarine nannte. 1869 ließ sich Mege-Mouries die Erfindung pattentieren. Ab 1874 wurde nach seinem Verfahren in Europa und Amerika Margarine produziert.
Die NAchfrage nach dem neuen Streichfett stieg. Bald jedoch gab es ein Problem: Die Rohstoffe für die Margarine-Herstellung wurden knapp. Selbst die Einfuhr großer Talg-, Schmalz- und Speckmengen aus den USA konnte den Bedarf in Deutschland nicht decken. Im Jahre 1902 entdeckte der deutsche Chemiker Wilhelm Normann, daß sich flüssige Pflanzenöle durch Anreicherung der Fettmoleküle mit reinem Wasserstoff in feste Fette wandeln lassen. Dieses Verfahren nennt man "Fetthärtung". Nun konnte man "Nahrungsfette nach Maß" herstellen. Der Siegeszug der Pflanzenmargarine war nicht mehr aufzuhalten. Heute werden zur Herstellung pflanzliche Öle und Fetteverwendet. Daneben enthält Margarine zu 18 bis 20 % entrahmte Milch bzw. Wasser, Emulgatoren wie Lecitine, Vitamine A und D, Aroma- und Farbstoffe natürlicher Herkunft, wie z.B. das Provitamin A, Karotin genannt. Ferner setzt man geringe MEngen an Salz sowie einen gesetzlich vorgeschriebenen Zusatz von Stärke als chemisch nachweisbare Substanz zur Unterscheidung von Butter zu. Der Fettanteil der Margarine muß bei mindestens 80 % liegen.
Die wichtigsten Rohstoffe zur Herstellung von Margarine sind Pflanzenöle und Pflanzenfette, im einzelnen Öle, Soja, Sonnenblumen, Erdnuß, Baumwollsaat, Kokos, Palmöl, Raps bzw. Rüben sind die einzigen bedeutenden Ölpflanzen, die im gemäßigten Klima Europas und Ostasiens weit verbreitet angebaut werden. Der überwiegende Teil der Ölfrüchte jedoch kommt vom "Sonnengürtel der Erde", der die Erde zwischen den beiden Wendekreisen (30. Breitengrad oberhalb und unterhalb des Äquators) umspannt.
Öle und Fette werden zur Margarine-Herstellung in einem genau festgelegten Verhältinis zu einer "Fettkombination" zusammengestellt und bereits auf die Bedürfnisse der späteren Spezialmargarine abgestimmt. Spezialmargarinen zum Backen bestehen aus Fettraffinat/Fettkomposition, Wasser, Milch und Ingredenzien wie fettlöslichen Vitaminen, Lecithine usw. Diese Zutaten fließen nach genauer Rezeptur in einen besonderen Mischbehälter, den Premixer. In ihm wird die flüssige Margarinemischung gut durchmengt. Danach drücken Hochdruckkolbenpumpen die flüssige Margarienemischung zur schonenden Kurzzeiterhitzung in den Pasteur. Hierbei bleiben alle wertvollen Bestandteile erhalten.
Spezialmargarienen für das Backhandwerk werden im Margarinewerk in Stangen- oder Plattenform partioniert und verpackt. Wir unterscheiden die Grundtypen:
- Ziehmargariene
- Backmargariene
- Crememargarine
Daneben werden im Margarinewerk Siedefette und Backcremes produziert. "Goldmarken" (aus besten Rohstoffkompositionen und Backstabilen Aromen) sind Spezialmargarinen von höchster Qualität. Ziehmargarinen werden zur Herstellung von tourierten Teigen wie Blättertieg, Plunderteig, Dänisch Teig und Croissantteig eingesetzt. Ziehmargarinen sind besonders plastisch. Gerade im Bereich der Ziehmargarine hat es in den letzten Jahren einige Spezialentwicklungen hoher Qualität gegeben. Besonders beliebt sind die Platten ausgeformten Ziehmargarinen, die dem Handwerklichen Backbetrieb die Herstellung tourierter Teige erheblich erleichtern. Im Bereich der Ziehmargarine unterscheidet man:
- Ziehmargarine (Stange/Platte)
- Goldziehmargarine (Stange/Platte)
- Dänisch Roll (Stange/Platte)

Croissantmargarinen wie zum Beispiel ,,Maitre Croissant fin" sind eine Spezialmargarine zur Herstellung zartblättriger Croissant-Gebäcke. Diese Spezialmargarine zum Tourieren ist auf die besonderen Anforderungen bei der Herstellung dieser Gehäcke abgestimmt. Backmargarinen gewährleisten optimaleVerarbeitungsmöglichkeiten in Knet- und Planet-Rührmaschinen sowie Aufbereitungsanlagen. Die spezielle Backmargarinen-Komposition garantiert gutes Gashaltevermögen bei Hefeteigen, ideale Verarbeitung und verhindert das Brandigwerden bei Mürbeteigen. Das fertige Hefegebäck ist feinporiger in der Struktur und bleibt länger frisch. Mürbegebäcke zeichnen sich durch hervorragende Mürbung und Zartheit der Krume aus.
Backmargarinen zur Herstellung von Rühr- und Sandmassen sollen zarter sein. Für diesen Zweck bieten sich besonders die Goldqualitäten und extra weiche Sorten an. Sie gewähren eine optimale Verteilung, fördern die Massenbildung und ein ansprechendes Gebäckvolumen. Gleichzeitig verbessern sie die Frischehaltung von Sand- und Rührkuchen. Crememargarinen von hoher Qualität, insbesondere die hochwertigen Goldmargarinen, bieten dem Fachmann bei der Herstellung größtmögliche Sicherheit. Sie lassen sich mit allen gängigen Maschinentyen zu einem hohen Volumen aufschlagen. Sie garantieren eine hohe Luftaufnahme und deren Stabilisierung. leichte, zart-schmielzende Cremes, die den Wünschen der Verbraucher entsprechen.
Die Qualität eines Siedefettes beeinflußt das Backgut entscheidend. Folgende Merkmale sollte ein gutes Siedefett erfüllen:
- Hohe Oxidationsstabilität
- Hoher, stabiler Rauchpunkt (Qualmpunkt über 2000 C)
- Lange lebensdauer (stark abhängig vom Siedegut)
- Geringes Schäumen
- Geruchs- und geschmacksneutral
- Sparsam im Verbrauch

Zur Herstellung von Siedegebäck eignen sich gehärtete pflanzliche Fette - speziell Frdnußfett, wie zum Beispiel Gold Biskin besonders gut.
Ohne Spezialmargarinen und Spezialfette wäre die Vielfalt der Feinen Backwaren in Optik und Geschmack kaum denkbar. So zählen sie heute zu den wesentlichen Rohstoffen der Backbetriebe. Als Spezialprodukte sind die unterschiedlichen Sorten in ihrer Zusammensetzung und Verarbeitung exakt auf die unterschiedlichen Finsatzbereiche abgestimmt.

Quelle: Meistermarken-Werke GmbH
Aus: Backbedarfshandel im Wandel der Zeit
Friedhelm Eickelbaum
www.backring.com